Ben Reitman
Boxcar Bertha

Eine Autobiographie
Aufgezeichnet von Ben Reitman
Aus dem Amerikanischen von Manfred Allié
1994. 296 Seiten. Gebunden
Umschlaggestaltung von
Klaus Detjen

ISBN 9783250102243

Die Camps der Hobos vor den großen Städten Amerikas, die Spielhöllen und Bordelle von Chicago, das Leben der Boheme in Grennwich Village, die Obdachlosenquartiere der Prohibition – das sind die Jagdgründe, in denen sich die lebenshungrige Boxcar Bertha herumtreibt, unterwegs zur nächsten Geschichte, zum nächsten Abenteuer.

Ihre Eltern huldigten der freien Liebe, und so wächst sie ohne Vater in den Siedlungen auf, in denen die Anarchisten die Ideale von morgen vorleben. Gerade erwachsen, springt sie auf einen Güterwagen (»Boxcar«) und wird »Sister of the Road« – immer auf Achse, immer auf der Flucht vor den Bremsern. Ohne sich selbst zu schonen, stürzt sie sich in die wildesten Erfahrungen, die addiert ein vollständiges Panoptikum der Unterwelt der 1930er Jahre ergeben: das Leben mit den Ladendieben, die zur Taufe eines Kindes alle Geschenke mit Preisschildchen bringen, damit man ihren Mut nicht unterschätzt; ihre Zeit als Prostituierte in Chicago, als Hausmädchen eines liberalen Richters. Neugierig, hat sie immer ein waches Ohr für die Geschichten der Hobos – sei es Eineinhalb-Bein-Peggy oder die lesbische Schlangentänzerin, seien es Opiumraucher oder Schnorrer, Panzerknacker oder Wanderarbeiter. Wie niemand anderes kennt sie sich aus in der verwirrenden Welt der Hobo-Akademien und Anarchistenkolonien. Schließlich engagiert sie sich als Sozialarbeiterin für ihre Gefährten – und erzählt.




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