Ismail Kadare
Der zerrissene April

Roman
Aus dem Albanischen von Joachim Röhm
Meridiane 40
2001. 240 Seiten. Leinen mit Lesebändchen

ISBN 9783250600404

»Die Literatur ist ein Königreich, das ich mit keinem Land der Welt eintauschen möchte, selbst mit einer Republik nicht.« Ismail Kadare

»Der zerrissene April« handelt von der albanischen Blutrache, einer Geißel der Menschen Albaniens, die auch heute noch gemäß dem jahrhundertealten Gesetz handeln müssen, wollen sie der Ehre nicht verlustig gehen: Der Kanun besagt, dass vergossenes Blut nur mit zu vergießendem Blut gesühnt werden kann.
Seit 70 Jahren geht die Fehde zwischen zwei Familien aus demselben Dorf. 44 Opfer sind zu beklagen. Die beiden Familien sind gleichermaßen Opfer wie Täter, die nicht etwa Hass, sondern der Kanun in seinen starren Mechanismus zwingt. Kadare skelettiert minutiös dieses tödliche Gesetz und absurd mag erscheinen, wie dem Todgeweihten, einem Bauernjungen, eine letzte Frist gewährt wird, genau 30 Tage, bis auch er sein Ende finden wird. Noch wenige Tage bleiben ihm, der Monat April.
Der Junge begegnet während dieser Frist einer Städterin, einer jungen schönen Frau, und während er, der unglückliche Todesbote, für sie zu einem Zeichen der Vergänglichkeit ihres behüteten urbanen Daseins wird, wird sie für ihn zum Inbegriff des Lebens.

 

»Da ist die Freude groß, wenn es einem einmal widerfährt, einen großen Autor der Moderne zu entdecken, dessen Lektüre all jene verloren geglaubten Sensationen aufs Neue wachruft.« Michael Kleeberg, Die literarische Welt

Verfilmung im Kino
Der Roman wurde von dem brasilianischen Regisseur Walter Salles verfilmt, der für seinen Film »Central do Brasil« 1998 den Goldenen Bären erhielt. Der Produzent ist der mehrfache Oscar-Preisträger Arthur Cohn. Der Film kam 2001 unter dem Titel »Behind the Sun« in die Kinos.




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