Heinz Czechowski
Nachtspur

Ein Lesebuch aus der deutschen Gegenwart
Gedichte und Prosa
1987–1992
1993. 320 Seiten. Gebunden

ISBN 9783250101840

»Czechowski übermittelt uns eine besondere Ahnung von dem, was aus den Tiefen der Landschaften, aus ihren geschichtlichen Räumen in unsere tragische Welt hinüberreicht und weiterhin wirkt.« Sarah Kirsch

Leipzig, Dresden, die Wüste Mark Kolmen – der sächsische Dichtergarten ist keine Idylle mehr, sondern eine »um- und umgewendete Landschaft«, von Industrie zersiedelt, von Geschichte zernarbt wie nur wenige Landstriche Deutschlands. Auf den Feldern findet man beim Umgraben noch Kugeln, die bei der Völkerschlacht  abgefeuert wurden, nun oxidieren sie im Smog eines Fortschritts, der die Landschaft entkleidet und den Betrachter ratlos macht. Mit seinem Schreiben erforscht Heinz Czechowski diesen Raum, so leise und hellhörig wie kein anderer.

Leipzig war Ausgangspunkt der Ereignisse im

Oktober 1989: Seismographisch genau notiert Czechowski von innen die Verschiebungen, die zur »Wende« führten – wie in den 1980er Jahren aus Zweifel Verzweiflung, aus Skepsis Resignation erwuchs und eine Dunkelheit anbrach, die durch den politischen Umbruch in nichts gemindert wurde. »Im Überfluß / Aller Nachrichten hör ich auf meine innere Stimme«, die auf die so »gestörten« Verhältnisse mit verhaltener Elegie, aber auch mit polemischem Argwohn reagiert. Auf poetischen Spaziergängen denkt er nach über die Kindheit in Dresden, über die verlorenen Nischen der alten DDR und ihrer fragilen Geborgenheit, berichtet von den Reisen nach West und Ost und immer wieder von der Ankunft in einer harten Gegenwart, die ihr Recht noch stets behaupten konnte.

Heinz Czechowski überlässt sich dem Kompass seiner Sprache. »Nachtspur« ist das Logbuch seiner Orientierungsversuche, ein Lesebuch aus Gedichten und Prosa über die Innenansicht unserer jüngsten Vergangenheit und unserer nahsten Zukunft.




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