Birgitta Trotzig
Die Krankheit

Roman
Aus dem Schwedischen von Jörg Scherzer
1993. 336 Seiten. Gebunden

ISBN 9783250101895

Unbeirrt und konsequent hat sich Birgitta Trotzig einen ganz eigenen Kosmos geschaffen. Eine helle Nacht liegt über ihm, wie wir sie aus der modernen Literatur kennen: Kierkegaard und Simone Weil, Dostojewskij und Celan sind die Zeugen dieses Dazwischen, das Birgitta Trotzig mit jedem Buch neu erkundet.

Elje Jesaja Ström soll alle Hoffnungen erfüllen, die seinem Vater versagt geblieben sind. 1914 geboren, wächst er ohne Mutter auf und scheint von sich selbst ausgesperrt zu sein. Der Vater, der sie beide als Arbeiter auf den lehmigen Zuckerrübenfeldern Skånes durchbringt, treibt seinen Sohn durch seine hilflos strenge Liebe in die Verzweiflung. Schließlich heuert Elje 1939 auf einem Schiff nach Polen an, um jemanden zu finden, der seiner Mutter gleicht und ihn heilen könnte. Doch nach der Begegnung mit einer Prostituierten verfällt er der Verwahrlosung und taumelt, von inneren Spannungen getrieben, der Katastrophe seiner selbstzerstörerischen Gewalt entgegen.

In »Die Krankheit« gelingt es Birgitta Trotzigs magischer Sprache, die Bilder der schwermütigen Landschaft und des düster glänzenden Innern ineinander zu spiegeln und ein klares Bild einer Geisteskrankheit zu entwerfen. Ohne falsches Pathos erforscht sie den Zusammenhang von Gleichgültigkeit, Sexualität und Gewalt, bringt Licht in die »Regionen der Seele ... die wortloses Chaos sind« – eine bittere Legende des 20. Jahrhunderts.




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