Carol Wolfe-Konek
Daddyboy

Eine Familie im Alzheimer-Bann
Aus dem Amerikanischen von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié
1994. 250 Seiten. Gebunden

ISBN 9783250102199

»Ich habe einen Vater durch Alzheimer verloren, doch in Carol Wolfe-Konek eine Schwester gefunden.« Barbara Ehrenreich

Leonard Wolfe war ein starker Vater, ein sportlicher Selfmademan und leidenschaftlicher Leser, der seine Tochter förderte und forderte. Er war großzügig und tyrannisch, liebevoll und beherrschend. Nun hat er Alzheimer und ist ein hilfloses Bündel. Während der Körper noch weiterlebt, ist die Person schon längst nicht mehr da: ein leeres Gefäß.

In einem feinen Gewebe aus psychologischen Beobachtungen und Erinnerungen erzählt Carol Wolfe-Konek von diesem fundamentalen Verlust, analysiert die Gewichtsverschiebungen innerhalb der Familie, die ständige Überforderung durch Liebe, die keinen Adressaten mehr findet. Carol Wolfe-Konek vergisst nicht die einander widerstreitenden Gefühle, die sie zu ihrem Vater hegte, und zeigt uns so einen Weg, wie man den Sterbenden nahe bleibt: durch die Wahrhaftigkeit, die wirkliche Menschlichkeit hervorbringt.

In »Daddyboy« berichtet Carol Wolfe-Konek ungeschminkt, einfühlsam und eindringlich von diesem Schicksal, von dem Alltag der Alzheimer-Krankheit, von dem hilflosen Mitgefühl mit dem Opfer, das kein Wort, keine Geste mehr erreicht, und von dem Schrecken, an sich selbst das Symptom einer ausbrechenden Erkrankung wahrzunehmen. Schließlich von der Ungeduld, mit der selbst die Kinder den Tod herbeisehnen, um den lebendigen Leichnam, in den sich ihr Vater verwandelt hat, nicht mehr ansehen zu müssen.




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