Yang Lian
Geisterreden

Essays
Aus dem Chinesischen von Mark Renné
1995. 216 Seiten. Gebunden
Umschlaggestaltung von
Klaus Detjen

ISBN 9783250102809

»Der Letzte Tag, das ist das Geräusch, wenn du dir mit beiden Händen die Ohren zuhältst, während dir in deinem Innern die Organe platzen. Jeder Tag ist so ein Letzter Tag, der nichts anderes kennt als die Stille, die ihm die Form gibt, in der er seinen Wahnsinn einschließt. Und das, was nach diesem Tod kommt, das sind die ›Geisterreden‹ – eine vom Wahnsinn erfüllte Stille.«

Yang Lian ist einer der meistübersetzten jungen Dichter Chinas. International genießt er hohes Ansehen. Und wenn seine Gedichte auch immer wieder als dunkel apostrophiert werden, so kann sich kaum jemand dem Sog dieser Lyrik entziehen.

Die zentrale Lebenserfahrung Yang Lians ist zweifellos der Tod, und so schreibt er im Eingang zu den Essays: »Das Schreiben der ›Geisterreden‹ hat mit einem Tod begonnen. Nur, daß ich nicht weiß, um welchen Tod es sich dabei handelt.« Das Autor entwickelt in seinen essayistischen Variationen über den Tod seine Poetik. Doch stehen diese Essays nicht erklärend neben der Poesie, sie sind vielmehr Bestandteil seiner Dichtung, sind Ausfahrten in seine Bilder- und Phantasiewelt.




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