Marina Zwetajewa
Liebesgedichte

Mit Aquarellen von
Leiko Ikemura
Herausgegeben, aus dem Russischen übertragen und mit einem Nachwort versehen von Ralph Dutli
1997/2002. 160 Seiten. Leinen

ISBN 9783250103837

»Zwetajewa war eine Frau mit einer regen männlichen Seele – endgültig, militant und unbezähmbar. In ihrem Leben und ihrem Werk eilte sie ungestüm, hungrig und gierig voran, immer auf der Suche nach Endgültigkeit und Bestimmung, wobei sie extrem waghalsig war und alle anderen hinter sich ließ.« Boris Pasternak

Marina Zwetajewa ist eine der großen Liebenden der Weltliteratur, eine Liebende voller »Maßlosigkeit in einer auf Maß bedachten Welt«. Der vorliegende Band mit Liebesgedichten ermöglicht einen neuen Blick auf die poetische, existentielle und erotische Radikalität dieser russischen Dichterin. Es sind an Frauen wie Männer – und allem zuvor: an die Liebe gerichtete Gedichte, von denen die Mehrzahl erstmals ins Deutsche übertragen wurden. Etwa der um Marina Zwetajewas lesbische Beziehung zur Dichterin Sofija Parnok kreisende siebzehnteilige Gedichtzyklus »Die Freundin« (1914/1915) oder der an Boris Pasternak gerichtete Zyklus »Kabel« von 1923.
Einer der Höhepunkte ist der ebenfalls erstmals übertragene »Magdalena«-Zyklus (1923), der in einer ungewöhnlich offen erotischen Darstellung der Beziehung Maria Magdalenas zu Jesus Christus kulminiert, in einem Jesus in den Mund gelegten kühnen Liebesgedicht. Es erscheint wie ein Vorbeben ihrer aufwühlenden Prager Liebesbeziehung zu Konstantin Rodsewitsch und ist eine für die Dichterin ungewöhnlich helle, freudige Hymne auf den heilenden Eros.

 

»Nur selten wurde in solcher Klarheit das lächerliche Formular für unsere Emotionen zugleich bloßgestellt und überhöht.« Thomas Poiss, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Wenn die Originaltexte auch so schön sind wie die Übersetzung von Ralph Dutli, dann muss man die Russen noch mehr als bisher um die ganze Dichterin beneiden.« Franz Haas, Neue Zürcher Zeitung




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