Meinrad Inglin
Die Welt in Ingoldau

Roman
Gesammelte Werke, Band 1
Herausgegeben von Georg Schoeck
1988. 568 Seiten. Leinen

ISBN 9783250100737

In einer Kleinstadt-Welt wie Ingoldau treffen Altes und Neues besonders hart aufeinander. Es ist Inglins große schöpferische Leistung, in diesem Roman neben der Realität auch eine Utopie festgehalten zu haben, die die miteinander ringenden Welten versöhnt.

Mit »Die Welt in Ingoldau« hat der noch junge Meinrad Inglin seine eigenwilligen stilistischen und thematischen Auseinandersetzungen zu einer ersten, großangelegten Synthese geführt. Für seine Leser ist der Roman so von besonderem Interesse, steht doch der junge, unbändige neben dem klug analysierenden späteren Inglin. Man ist im Zentrum seines Werkes, das hier noch von einer umfassenden Liebe beherrscht ist, die ihm später so nicht mehr möglich war.

Daran Anteil hatte die öffentliche Reaktion auf den Roman, die diesen auch in seiner persönlichen Biographie zu einem Wegstein machte; Nachstellungen und Verleumdungen ausgesetzt, muss er seine Heimatgemeinde Schwyz verlassen. Die Welt in Ingoldau, eine panoramahafte Darstellung der Physiognomie einer Kleinstadt nach dem Ersten Weltkrieg, hat zu ihrer Grundlage das katholische Schwyz, ist jedoch weit davon entfernt, einfache Abbildung zu sein. »Konzentrierte, aber überschärfte Einfachheit« ist Kennzeichen eines »neusachlichen« Literaturverständisses, das Inglin, darin auf der Höhe seiner Zeit, teilte. Inglins eigener Versuch eines neuen Blickes auf tradierte Werte und Machtstrukturen und dessen psychoanalytische Schulung geschehen zu einer Zeit, in der ganz Europa sich in einem geistigen Umbruch befindet.




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