Friedrich Kröhnke
Ciao Vaschek

Roman
Meridiane 62
2003. 144 Seiten. Leinen mit Lesebänchen

ISBN 9783250600626

Ein Lob des Müßiggangs und der kleinen Freuden

»Ich hatte in Deutschland nicht mehr leben wollen. Ich wollte, wie früher einmal auch in Deutschland, zu Fuß überall herumgehen, anschauen, was es anzuschauen gibt, und an jeder zweiten Ecke die Möglichkeit zu unzüchtigem Betragen suchen oder finden.«
Solche Gelüste lassen sich in Žižkov einlösen, jenem Prager Arme-Leute-Viertel, das als »der Montmartre, das Schwabing, das Greenwich Village unserer Tage« gilt. Hier, wo sich das bunte Völkchen der Handwerker, Künstler und zwielichtigen Zeitgenossen tummelt, findet sich das beste Terrain zu Müßiggang und zur Feier der kleinen Abenteuer. Doch was als euphorischer Aufbruch zum Ort der Sehnsucht beginnt, wendet sich für den Erzähler zunehmend in Verstörung. Dort, wo »der schönste Menschenschlag der Welt« lebt, lassen plötzliche Gewaltausbrüche und bedrohliche Zuspitzungen der eigenen Vorstellungskraft die Lage für den illegalen Einwanderer ungemütlich werden.
Wie sich aus dem glücklichsten Moment auch Furchtbares entwickelt, wie nah Schönes und Schreckliches beieinander liegen, das zeigt Friedrich Kröhnke in seinem liebevollen und fein beobachteten Reiseroman.

 

»Wie kann der Held, ein fröhlicher Taugenichts Eichendorff’scher Provenienz, schwärmen, wie fein ziseliert er seine poetischen Medaillons von der goldenen Stadt, besonders da, wo es nicht golden ist.« Marko Martin, Die Welt




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