Fernando Pessoa
Alberto Caeiro. Poesias – Poesie

Portugiesisch und Deutsch
Herausgegeben von Fernando Cabral Martins und Richard Zenith
Mit einem Nachwort von Georg Kohler
Aus dem Portugiesischen von Inés Koebel und Georg Rudolf Lind
Revidierte und erweiterte Ausgabe
2004. 240 Seiten. Leinen
Umschlaggestaltung von
Beate Becker

ISBN 9783250104513

»Ich bin ein Hirte. Die Herde sind meine Gedanken und meine Gedanken allesamt Sinnesempfindungen.«

Fernando Pessoa (1888–1935) schuf Gedichte und poetische Prosatexte verschiedenster, ja widersprüchlichster Art. Um die Vielfalt seines Fühlens in eine große eigene Welt zu überführen, erfand er sich personifizierte Verkörperungen seines Denkens und Dichtens: seine Heteronyme (Personenschöpfungen mit eigenständiger Persönlichkeit und einer ausgewiesenen Biographie). So gab er seinem vielfältig gespaltenen Ich die Namen Alberto Caeiro, Ricardo Reis, Álvaro de Campos u. a. Auch unter seinem eigenen Namen, der im Portugiesischen so viel besagt wie »Person, Maske, Fiktion, Niemand«, trat er als Verfasser in Erscheinung. Die Werke der Heteronyme, zusammen mit denjenigen ihres Schöpfers, machen den einmaligen Kosmos dieses großen Portugiesen aus.
Alberto Caeiro (1889–1915) ist ein solches Heteronym. Pessoa nennt ihn seinen Meister. Dieser Caeiro schuf sein Werk während seines kurzen Lebens in völliger Abgeschiedenheit auf dem Lande im Ribatejo, wohin er sich wegen einer Tuberkuloseerkrankung, an der er auch sterben sollte, zurückgezogen hatte. Nahezu ungebildet, schuf er Dichtungen, die seine Empfindungen bei der Betrachtung der Natur ausdrücken, ohne dass er das Geheimnis dahinter suchen möchte. Mit ihm kehrt der neue große Pan in die moderne europäische Literatur zurück.

 

»Das sind Gedichte, die wissen um das Denken und die Zerrissenheit des Ich in der modernen Welt.« Helmut Böttiger, DeutschlandRadio




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