Svenja Leiber
Büchsenlicht

Erzählungen
Ein Debüt
Meridiane 81
2005. 160 Seiten. Leinen mit Lesebändchen

ISBN 9783250600817

»Herb und melancholisch ist das Erzählaroma in diesen skizzenhaften Dorfgeschichten aus Deutschlands Norden.« Harro Zimmermann, Focus

Frau Leites kocht Holunderblütensaft in leere Kornflaschen ein, und die Jugend verblüht am Glascontainer, während auf der Pappelkoppel die Drillmaschine aufsetzt und der Edeka-Laster auf dem Buswendeplatz hupt. In der norddeutschen Provinz wird geliebt, geheiratet, gemordet und gestorben, und fast jeder ist schon mal über ’nen Appelkorn gestolpert. Sei es Tönnes, der zwei Meter hohe Wutausbruch, oder die weitäugige Polizistentochter, die was mit dem Reitlehrer hat. Svenja Leibers Figuren haben den Landregen im Gemüt. Da verliebt sich Heide Raschpichler in Hans Daleckie, nur weil ihr zu ihm kein passendes Tier einfällt, und die Spätaussiedlerin Greta bewirtet die Landfrauen mit Haribo und Daim, bevor sie dem Großbauern einen Korb gibt.

»Büchsenlicht« ist ein Kanon, ein verregnetes Lied aus dem Norden. Hier, wo die Menschen mit Treckerreifenhaut ihre Wurzeln geschlagen haben, drohen andere auf den morastigen Äckern ins Bodenlose zu versinken. Landidyll oder Lebensknast, das müssen Einheimische wie Zugereiste für sich entscheiden – und Jammern gilt nicht.

 

Förderpreis zum Bremer Literaturpreis

»Hier ist eine Sprachmusikerin am Werk, die ihren Möglichkeiten nachlauscht. Eine Poetin von geschliffener Härte und sprühendem Witz, grausam, zärtlich und grausam-zärtlich, die wissen will, wie er geht, der Satz, der einen Abgrund, ein Nichts oder einen Gemüts-Schatz öffnet und gleich wieder schließt.« Aus der Laudatio von Andreas Nentwich


Svenja Leiber erste Trägerin des Werner-Bergengruen-Preises

»Hinter den dörflichen Fassaden des Wohlstands und der industriellen Tierproduktion entdeckt sie Verstörte, Verfolgte, Alkoholiker und zerrissene Doppelexistenzen in der Enge ihrer Haut. In den verklinkerten Wartezimmern der Desillusionierung, hinter unkrautfreien Vorgärten, wuchern die Wünsche und Phantasien. Svenja Leiber erzählt, mal grölend laut, mal ironisch böse, häufig zärtlich leise von den Abgründen des Lebens im norddeutschen Landregen dieser Tage.« Wend Kässens, Juror, zur Begründung seiner Wahl




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