Jürg Halter
Ich habe die Welt berührt

Gedichte
Ein Debüt
2005. 96 Seiten. Gebunden
Buchgestaltung von
Vaclav Pozarek

ISBN 9783250104803

»Halters Schreibweise verquickt frech und bündig die Verstörung mit der Bezauberung.« Aus der Laudatio von Reto Sorg zum Buchpreis des Kantons Bern

Vergessen Sie Dada, vergessen Sie Pop, weg mit all dem neoromantischen Gesäusel und den schaurigen Realismusverschnitten, fort mit der einsilbigen Germanistenpoesie und Jim-Morrison-Epigonen, jetzt kommt Jürg Halter, und der Mann hat ein Programm: »Ich kaufe mir in Japan einen Sack mit Kohle/und schreibe mir mit einem Stück Kohle einen Oberlippenbart/wie ein Haiku unter die Nase.«

Jürg Halter scheint in der Tat »die Welt berührt« zu haben. Und seine Gedichte künden davon in einem ungewohnten Ton. Hier wird die Welt neu gewürfelt und arrangiert, hier wird kühn drauflos gemixt, was noch nie zuvor kombiniert wurde: Shaka Zulu und ein Berlin-Gedicht, postmoderne Avantgardereflexionen und Aromapartikel, vor allem aber die Lust am Text und am Klang der Worte. Die Kritik an den festgefahrenen Prinzipien unserer Gesellschaft (und dem Gewaltpotenzial der Sprache und ihrer Bilder) verdichtet sich in Halters Gedichten zu einer fiktiven Weltreise von Österreich über Spanien, Tibet, Surinam, die USA bis zur weiten Freiheit der finnischen Seen: »In den Seen von Finnland will ich sterben/in jedem See eine Stunde mich baden/in einen immer neuen See tauchen: Finnland« – eine Liebeserklärung an die visuellen und haptischen Seiten des Lebens, eingefangen mit einem feinmaschigen Netz von Worten und Werten. Das ist absolut zeitgemäß.

»Ich habe die Welt berührt« ist ein Debüt, wie man es sich nur wünschen kann: von schneidender sprachlicher Präzision, überraschend in all seiner Bewegung ebenso wie in der Gesamtkomposition.

 

Buchpreis der Stadt Bern

»Jürg Halter hat mit dem Erstling ›Ich habe die Welt berührt‹ das Kleine und das Große gekonnt; es ist selbst im Titel zu hören: eine taktile Kleinigkeit, eine flüchtige Berührung könnten diese Gedichte sein. Aber sie erfüllen auch die für wohl jeden Dichter entscheidende unsägliche Anmaßung: Hier hat einer mit Worten die Welt berührt, und er hat darin uns getroffen.« Aus der Begründung der Jury




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