Antonio Moresco
Aufbrüche

Roman
Aus dem Italienischen von Ragni Maria Gschwend
Meridiane 71
2005. 656 Seiten. Leinen mit Lesebändchen
Mit einem Beiheft zu Autor und Werk
32 Seiten. Mit Abbildungen
Umschlaggestaltung von
Cécile Graf
Umschlagzeichnung von
Antonio Moresco

ISBN 9783250600718

»Ein grandioser, surrealer Bilderbogen, grell und beklemmend, mit ausufernden Beschreibungen, albtraumartigen Sequenzen und einsamen Figuren. Eine atemberaubende Allegorie.« Maike Albath, Neue Zürcher Zeitung

In einem Priesterseminar irgendwo in Italien beobachtet ein namenloser Zögling die unterschwelligen Konflikte zwischen Priestern und Seminaristen, läuft Rollschuh in einem leeren Schwimmbecken und erfindet dabei verträumte Liturgien. Aber bald verzweifelt er am Widerspruch zwischen der sich ihm offenbarenden malerischen Schönheit der ländlichen Kulisse und der zerstörerischen Kraft der Welt. Er wird Mitglied einer revolutionären Bewegung, organisiert politische Kundgebungen mit einer Gruppe klappriger Genossen, vernimmt die unglaubliche Geschichte der Einbalsamierung von Lenin und beschließt die Reise mit einer persönlichen und epochalen Katastrophe. Ernüchtert versteckt er sich in einer norditalienischen Großstadt und wird Schriftsteller. Dort macht ihm ein Verleger den Hof, weist ihn aber wieder zurück und hängt ihm einen halbtoten Biographen an. Schließlich ermutigt er den Autor, sein Werk als höchste Form der Veröffentlichung zu zerstören.
Antonio Morescos »Aufbrüche« ist ein intellektueller Höllenritt durch die Trias von Religion, Revolution und Kunst im Leben eines modernen Simplizissimus irgendwo in der weiten Wüste zwischen Dante und Beckett. Er rast in motorisierten Blechkisten wie Mad Max durch apokalyptisch anmutende Landschaften der italienischen Geschichte von den sechziger Jahren bis zur heutigen Mediengesellschaft mit der scheinbaren Mission, die eigene Berufung ohne Vorbehalt aufs Spiel zu setzen und endlich einmal in der Freiheit anzukommen und – Ja zu sagen.
Hinter Morescos scheinbar einfacher Sprache verbirgt sich eine schwindelerregend visionäre Bilderflut, die alle Elemente großer Literatur – Poesie, Komik, Tragik – in einem unbändigen Strudel mit sich reißt und die Absurdität der Welt im Nichts auflöst.

 

»Ich habe bis zur Erschöpfung an diesem Buch gearbeitet.« Beiheft zu Antonio Morescos »Aufbrüche«

 

Preis der Leipziger Buchmesse 2006 an Ragni Maria Gschwend für ihre Übersetzung von Antonio Morescos Roman »Aufbrüche«




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