Fatos Kongoli
Hundehaut

Roman
Aus dem Albanischen von Joachim Röhm
Meridiane 88
2006. 300 Seiten. Leinen mit Lesebändchen

ISBN 9783250600886

»Kunstvoll verknüpft Fatos Kongoli die Geschichte seines Antihelden mit der Geschichte Albaniens.« Fokke Joel, Neues Deutschland

Schön sind die Frauen, doch viel zu oft weinen sie in Krist Tarapis Erinnerungen. In seiner Ehe war er nicht immer ganz unschuldig an Margas Tränen, so oft betrog er sie, die er doch innig liebte. Nun ist Marga tot, der Sohn lebt schon lange in den USA, die Tochter folgt einem italienischen KFOR-Offizier in seine Heimat, und Krist bleibt allein in Tirana. Allein mit dem leeren Platz vor seinem Fenster, auf dem sich jeden Tag die anonyme Masse der Arbeitslosen der Hauptstadt versammelt, allein mit Lori, der Freundin seiner Tochter, die ihn noch immer ab und zu anruft, sich mit ihm trifft und von der er nachts insgeheim träumt. Erst nach und nach wird ihm klar, dass sie nur die letzte in einer Kette von Frauen ist, die Teil seines Lebens waren – und wieder daraus verschwanden. Sie wurden abgeholt, eingesperrt, verbannt, denunziert, und nicht selten gab es Grund zu Tränen.
Fatos Kongoli schildert den Versuch eines Lebens in Albanien: in der völligen Abschottung des Kommunismus wie in der Armut und Aussichtslosigkeit nach der politischen Wende. »Hundehaut« ist ein Roman, der von der Gleichzeitigkeit eines nicht zu unterdrückenden männlichen Begehrens nach Abenteuer und der erbarmungslosen politischen Gegenwart erzählt.

 

»Da ist eher der Eindruck, er zwinge sich noch zur Nüchternheit, weil die Wirklichkeit so unfassbar war, dass die Literatur sich vor zu viel Erfindung hüten muss.« Peter Körte, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Buch des Monats Juni der Darmstätter Jury




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