Reinaldo Arenas
Engelsberg

Roman
Aus dem kubanischen Spanisch von
Klaus Laabs
Mit einem Nachwort von Ottmar Ette
2006. 208 Seiten. Gebunden
Umschlaggestaltung von
Cécile Graf

ISBN 9783250104834

»Tochter, moralisch zu sein besteht darin, die anderen nicht erfahren zu lassen, daß wir genauso unmoralisch sind wie sie.«

Havanna im 19. Jahrhundert. Eine Stadt, die von Sklaven, Mulatten, Freigelassenen und Entlaufenen wimmelt. Und von einer unüberschaubaren Kinderschar, in die Welt gesetzt von niemand anderem als dem Bischof der Stadt, dem tatsächlichen Engel vom Engelsberg.
Hier treibt’s der Don mit der Mulattin, die Doña aus Rache mit dem schwarzen Koch. Cecilia will einen weißen Mann, Leonardo sein Vergnügen und Isabels Geld. Und die Engländer wollen, dass endlich Schluss ist mit der Sklaverei.
Bigotterie und Grausamkeit bestimmen das tägliche Leben in Havanna, dazwischen aber scheint jeder Einzelne auf der Suche zu sein nach dem idealen geliebten Wesen, das letztendlich doch ein Spiegelbild seiner selbst sein müsste.
Reinaldo Arenas zeichnet mit fast magischer Fabulierkunst und bitterbösem Humor ein Sittengemälde der havannischen Gesellschaft. Ein Generalangriff auf alle Konventionen und Vorurteile der damaligen Zeit und zugleich die traurig-schöne Geschichte von Menschen voller Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe.

 

»Der Glaube an ein Leben zu zweit, an eine große Liebe ist Fiktion, Einbildung, Erzählung. In diesem unlösbaren Widerspruch sieht Arenas jenseits des großen Lachens die Tragödie des Menschen.« Gabriele Knetsch, Bayerischer Rundfunk




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