Ismail Kadare
Spiritus

Roman
Aus dem Albanischen von Joachim Röhm
Meridiane 47
2007. 300 Seiten. Leinen mit Lesebändchen

ISBN 9783250600473

»Séancen unter der Diktatur des Proletariats? Das ist ja großartig! Unglaublich! Unfaßbar! Und ich könnte mitkommen?«

»Er hätte nicht genau sagen können, was er sich mehr wünschte: daß dieses ewige staatsfeindliche Getuschel endlich verstummte oder daß es lauter wurde.«
Arian Vogli, Chef des Spionagediensts im kommunistischen Albanien, ist auf dem Weg,
um dem Führer die verblüffende Ausbeute der fabelhaften neuen Wanzengeneration zu überreichen. Die neuen »Ohren des Todes«, euphemistisch auch »Prinzessinnen« genannt, machen jedes staatsfeindliche Gebaren im Land unmöglich.
So wird auch der Versuch des Ingenieurs Shpend Guraziu, der als Begleiter einer französischen Delegation einen Hilfeappell ans Ausland richten will, vereitelt: Unvorsichtigerweise wird er von einem Bulldozer zermalmt. Seine Stimme allerdings überlebt, konserviert in einer Wanze – ein Geburtstagsgeschenk an den Führer, das nicht zuletzt seinen Überbringer, Arian Vogli, zu ewigem Schweigen verdammt.

»Spiritus« ist die phantastische Geschichte von der Verfolgung und Gefangennahme eines Geistes in einem äußerst realistischen Rahmen. Ausgehend von der postkommunistischen Ära in Albanien, reicht die Handlung tief hinein in die Welt der Diktatur und zieht uns unwiderstehlich in den fesselnden Erzählkosmos Ismail Kadares.

»Eine realistische Groteske, die das Bewusstsein dafür schärft, dass in einem gesellschaftlichen Klima totaler Kontrolle Macht unkontrolliert, hemmungslos und wahnhaft wird.« Renate Wiggershaus, Frankfurter Rundschau




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