László Krasznahorkai
Satanstango

Roman
Aus dem Ungarischen von Hans Skirecki
Meridiane 110
2007. 250 Seiten. Leinen mit Lesebändchen

ISBN 9783250601104

»›Satanstango‹ ist ein fulminanter Roman – so bedrückend wie großartig – und Krasznahorkai ein begnadeter Stilist, dem man enthusiastisch in die jammervolle Ödnis folgt.« Gabriele von Arnim, SF Literaturclub

Eine heruntergekommene Ansiedlung in Südostungarn. Keine Arbeit, keine Hoffnung, keine Zukunft. Ringsum Verfall, von strömendem Oktoberregen in tiefe Trostlosigkeit getaucht. Nur eine Handvoll Menschen sind geblieben und warten auf ein Wunder, das ihr Los zum Besseren wenden könnte. Eines Tages kommt einer und verheißt Erlösung: Irimias, ein ehemaliger Dorfbewohner mit dem Charisma eines Propheten. Er verspricht anderswo einen neuen Anfang, Arbeit und ein besseres Leben. Die Dorfbewohner können sich der Suggestionskraft seiner Verheißungen nicht entziehen, wenngleich sie ahnen, dass sie wie schon so oft in ihr Unglück rennen werden. Und richtig, Irimias ist ein Gaukler und Gauner, der, seinerseits den Zwängen eines übermächtigen Systems ausgeliefert, Spitzeldienste für die Polizei verrichtet.
Während aus dem Mund eines Irren Warnlaute erklingen und rätselhaftes Glockengeläut das Dorf erzittern lässt, tanzen dessen Bewohner zur Feier ihrer bevorstehenden Befreiung in der Kneipe einen infernalischen nächtlichen Tango ...
Eine Parabel über das Versagen von Ideologien, über Indoktrination und Manipulation, über politische Hörigkeit und Spitzelwesen, über die Macht von Worten und das Unglück der Zeit.

 

Verfilmung

»Satanstango« wurde 1994 in einer aufsehenerregenden siebenstündigen Kinofassung von Béla Tarr verfilmt. Mehr bei imdb.com




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