Abraham Sutzkever
Gesänge vom Meer des Todes

Gedichte
Aus dem Jiddischen von Hubert Witt
2009. 192 Seiten. Gebunden mit Schutzumschlag
Umschlaggestaltung von
Nina Rothfos

ISBN 9783250105312

In Stein gemeißelt – Mahnmale einer Diesseits-Reise

1946 sagt Abraham Sutzkever als Zeuge bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen aus. Drei Jahre hat er im Wilner Getto die Greueltaten der Nazis und ihrer litauischen Helfer hautnah miterlebt. Sein lyrisches Werk, das in dieser Auswahl zum ersten Mal in deutscher Sprache vorliegt, ist eine poetische Zeugenaussage, mit deren Sprachgewalt Sutzkever in den Louvre der großartigsten Dichtungen des 20. Jahrhunderts Einzug hält.

In den jiddischen Versen von Abraham Sutzkever pulsieren die Emotionen in der jahrhundertealten Sprache der Träumer und Kabbalisten, Märtyrer und Heiligen. Es ist eine Sprache der Weisheit und Bescheidenheit, das Idiom einer verängstigten und hoffnungsvollen Menschlichkeit – reich an Erinnerungen, die über Generationen hinweg bewahrt werden. Sutzkever erhebt diese Sprache zur höchsten Kunstform: »… Und so geschah es: / In einer Minute des Nicht-Erinnerns, / Als ich eine Kirsche zu den Lippen nahm – / Hat sich die Kirsche / In eine heiße Kohle verwandelt und Wörter gezündet.«

 

»Ein Monument der Weltliteratur. Ein lang verborgener, auch aus politischem Kalkül versteckter und durch Zensur beschädigter Epitaph ist geborgen, in das die Namen der Opfer eingemeißelt sind.« Herbert Wiesner, Die Welt




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