Peter Schultze-Kraft (Hg.)
Der Paradiesbaum

Erzählungen vom Eros Lateinamerikas
1988. 184 Seiten. Gebunden

ISBN 9783250101116

»Jedes Schicksal besteht in Wirklichkeit in einem einzigen Augenblick; dem Augenblick, in dem der Mensch für immer weiß, wer er ist.« Jorge Luis Borges

Unter diesem Zitat hat Peter Schultze-Kraft elf Erzählungen gesammelt, die jeweils eine kurze Situation oder Geschichte zeigen, einen Jungen, der seinen Vater verloren hat, oder einen Oberst, der seinen geliebten Kampfhahn nicht verkaufen will, um mit dem Geld seine kranke Frau retten zu können. So einfach solche Bilder und Stoffe zu sein scheinen, so geben doch gerade sie die Möglichkeit zu einer meditativen Leseerfahrung.

Das Buch wirkt wie ein Märchenbuch, in dem man immer wieder lesen und Erfahrungen machen kann, denn es geht darin zwar immer um eine oder die entscheidende Stellungnahme im Leben eines Menschen, aber gerade sie verschließt sich einer einfachen Erklärung.

Die von Schultze-Kraft gegebene Interpretation, dass der Mensch, um wirklich Mensch zu sein, sich irgendwann selbst erkennen muss, um erst dann frei, das heißt als Mensch handeln zu können, trifft einen zentralen Aspekt dieser Texte. Sie entspricht auch am ehesten den politisch-gesellschaftlichen Verpflichtungen dieser Schriftsteller, ihrem Leben in einer letztlich feudalistischen Welt mit dem Lehnherrn Amerika.

 

Mit Beiträgen von Jorge Luis Borges, João Guimarães Rosa, V. S. Naipaul, Cristina Peri Rossi, Liliana Heker, Luis Fayad, Clarice Lispector, Gabriel García Márquez, Nicolás Suescún, Jairo Mercado, Juan Rulfo und einem bio-bibliographischen Verzeichnis der Autorinnen und Autoren.




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