Angelika Maass (Hg.)
Bernhard Heinser (Hg.)
Verlust und Ursprung

Festschrift für Werner Weber
1989. 548 Seiten. Leinen

ISBN 9783250101338

»Auch ich in Arkadien«: Formel prekärer Glücksmöglichkeit und Chiffre für den Verlust von Glück

Der Literaturkritiker Werner Weber wurde am

13. November 1989 siebzig Jahre alt. Aus diesem Anlass erschien die hier angezeigte Festschrift – als Ausdruck ehrender und herzlicher Dankbarkeit für eine kritische Haltung und einen Mann, der sich vier Jahrzehnte lang – zuerst als Feuilletonchef der »Neuen Zürcher Zeitung« (1951–1973), danach als Professor für Literaturkritik an der Universität Zürich (1973–1987) – als Vermittler von Literatur, als ihr kritischer Begleiter und Förderer in den Dienst des Lesens und der Leser stellte.

Samstag für Samstag erschienen in der NZZ während mehr als zwanzig Jahren – was allein schon in quantitativer Hinsicht eine in neuerer Zeit beispiellose literaturkritische Leistung darstellt – unter dem Kürzel Wb die exemplarisch gründlichen Aufsätze Werner Webers zur gegenwärtigen und vergangenen Literatur: Wb wurde zum Gütesiegel verantwortungsbewusster Literaturkritik, die getragen ist von der Überzeugung, »daß Erinnerungsvermögen und Gegenwartsgesinnung in den Künsten wie in der Begegnung mit Künsten mehr ist als befristete Aktualität des Originellen« (Werner Weber). Was Weber schrieb, worüber er und wie er schrieb, das wurde weit über die Schweizer Landesgrenzen hinaus vernommen als die Stimme eines Kritikers, an dem sich die Literatur, die Autoren und die Leser – seien sie mit ihm einig oder nicht – orientieren konnten und mussten.

Mit Werner Webers Wechsel an die Universität wurde die deutschsprachige, in Zeitungen veröffentlichte Literaturkritik sehr viel ärmer, für die Studenten und Studentinnen jedoch war Webers Ernennung zum Professor für Literaturkritik ein Geschenk: Sie durchliefen eine Schule des Lesens, gefördert und gefordert von einem mit pädagogischem Eros begabten Menschen, der sie an seiner in der literaturkritischen Praxis gewonnenen Erfahrung, an seinem immensen Wissen und Können teilhaben ließ.

Den etwa drei Dutzend in der Festschrift vereinigten Beiträgen (Gedichte, Essays, Abhandlungen, wissenschaftliche Aufsätze, Übersetzungen) aus verschiedenen Fachrichtungen (Geschichte, Literatur-, Musik- und Kunstwissenschaft) liegt – in weiterem und engerem Sinne – als Thema der Arkadien-Mythos zugrunde: die Vorstellung von einem idealen Ort, welche seit Vergil in Literatur und Kunst in unterschiedlichsten Ausformungen gegenwärtig ist.

 

Mit Beiträgen von Bernhard Böschenstein, Iso Camartin, Heinz Friedrich, Hans Georg Gadamer, Karl-Heinz Hahn, Hanno Helbling, Federico Hindermann, Dorothea Kuhn, Hugo Loetscher, Golo Mann, Beatrice von Matt, Emil Maurer, Adolf Muschg, Marcel Reich-Ranicki, Jean R. von Salis, Joseph P. Strelka, Franz Zelger u. a.




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