Friedrich Kröhnke
Die Atterseekrankheit

Roman
Meridiane 17
1999. 440 Seiten. Leinen mit Lesebändchen

ISBN 9783250600176

»Die Atterseekrankheit blieb ein Rätsel. Begonnen hat sie mit einem Bad der Mutter im See.« 

Die Mutter, die zeitweise von einer geheimnisvollen Krankheit geplagt wird, spielt in Friedrich Kröhnkes neuem Roman eine große Rolle. Und die Krankheit ist eine Metapher für eine bestimmte Nerven-Konstellation, Sensibilität, ja Verrücktheit, die sie mit ihren Zwillingssöhnen teilt, besonders mit dem einen – Friz, dem Erzähler.

»Die schriftstellerische Mutter, diese moderne, lustige, morgens mit Campari an der Schreibmaschine sitzende Frau«, die behauptet, immer verliebt zu sein und sich gerne eine »Giftnudel ins Gesicht« steckte – wie sehr er sie liebte. Wenn er groß ist, will er so leben. »Lesungen. Hotelzimmer, Taxis. Ich werde Dichter wie die Mutti.«
Doch bevor sich dies bewahrheitet, retten sich die Zwillinge aus dem Elternhaus in eine politisierte Jugend in Darmstadt, fliegen von der Schule und leben ein aufregendes Leben. »Ich war in diesem Jahrhundert Deutschlands einziger, letzter Junge, dessen Leben den Gesetzen und der Romantik der Bildungs- und Entwicklungsromane folgte!« Später das Studium in Bonn, die Freundinnen, besonders Esther, und »die Welt, Deutschland wurde ein Abenteuer…«. Die beiden Berlin, Ost und West, werden Friz zum Ausgangspunkt eines nicht minder intensiven Lebens, weltweit, von Marzahn, Aathal, Prag, Bangkok, New York bis Caracas, immer begleitet von »Platons Eros-Idee« und ihrer für den Erzähler paradiesisch-dramatischen Auswirkungen.
Kröhnke hat einen bestechenden Roman der Generation nach 68 geschrieben, einen Roman, der durch seine Komposition wie durch seinen meisterhaft konzentrierten Stil beeindruckt und wie nur er ihn heute in Deutschland schreiben kann.




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